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Balken Samstag, 20. Mai 2017

Flugtag 2: Unverhofft kommt oft.

Flugbericht von Peter Schmid über den zweiten GliderCup-Flugtag
von Samstag, 20. Mai

Die Vergangenheit hat schon mehrmals gezeigt, dass quasi hoffnungslos geglaubte Flugtage sich ganz ordentlich entwickeln. Aber der Reihe nach. Das Glider Cup OK hat am Donnerstag, 18. Mai die Glider Cup Teilnehmer folgendermassen informiert:

Die Wetter-Prognosen lassen auch für die zweite Ausgabe des GliderCups 2017 eine vernünftige, sportlich faire Flug-Aufgabe kaum zu. Es ist Dir aber freigestellt, selbständig oder im Doppelsitzer einen OLC-Plus Flug zu versuchen. Die Bedingungen für eine Mindestwertung sind auch dieses Jahr unverändert:

  • 50 indexierte OLC-Punkte nach OLC-Plus Wertung
  • Maximal sechs Teilstrecken (Schenkel)
  • 1'000 Höhenmeter zwischen Abflug- und Ankunftshöhe


Und tatsächlich, sämtliche Wettermodelle liessen für den Samstag, 20. Mai wenig Flugbegeisterung aufkommen. Nach einer längeren Flugabstinenz habe ich mich aber trotzdem entschlossen, wieder einmal nach Schänis zu fahren. Etwas Stammtisch Geplauder ist ja auch keine schlechte Idee. Zum Briefing waren dem Wetter entsprechend nur eine Handvoll Glider Cup Piloten erschienen. Euphorie sieht definitiv anders aus. Mangels Alternativen haben wir uns entschlossen, die Flugzeuge für einen möglichen Einsatz vorzubereiten. Der Appetit kommt ja bekanntlich mit dem Essen – dachten wir. Knackpunkt war die Wahl der richtige Startzeit. Spät genug, damit die Thermik einsetzt und früh genug, dass die minimal Distanz geflogen ist, bevor uns die Schauer erreichen.

Ich durfte als Fluglehrer mit Martin Jud im Duo X die Aufgabe angehen. Zu unserer Startzeit um kurz nach 13:00 gingen bereits intensive Niederschläge in der Region Ricken nieder. Die gesamte Linthebene war unter einem 8/8 Deckel, die Sonne fand keinen Weg mehr auf den Boden. Für uns gab’s kein zurück mehr, unter dem Motto «Schau’n wer mal» schleppten wir an den Bisenhang. Auf knapp 1'300 müM klinkten wir und tatsächlich, es war zuviel um Abzusaufen, aber etwas zu wenig um so richtig auf Strecke zu gehen. Vorsichtig tasteten wir uns dem Bisenhang Richtung Westen voran. In der Region Etzel konnten wir einigermassen vernünftig auf 1'480 müM steigen. Genügend Höhe um weiter zu fliegen. Erst in der Region Wädenswil strahlte die Sonne ungehindert auf den Boden. Und da wurde es auch recht vernünftig. Problemlos flogen wir zum Üetliberg und genossen die herrliche Aussicht auf die Stadt Zürich. Die Steigwerte entwickelten sich in dieser Gegend richtig knackig. Erst als wir die Nase unseres Duo’s wieder Richtung Osten richteten, war uns die Sache nicht mehr so geheuer. Ab Wädenswil war alles im Schatten. Kein besonnter Fleck mehr und die Linthebene lag unter einem regenschwangeren Himmel. Das wird ein spannender Rückflug.

Km 30 vor Schänis zeigte unsere Gleitweganzeige + 320 m. Zieht man die 200 m Voltenhöhe ab, verbleiben gerade einmal mickrige + 120 m. Das wird eng. Vorsichtig tasteten wir uns unter der Abschattung vor. In der Region Samstagern konnten wir knapp 20 m dazu gewinnen. Dies löste die Anspannung im Cockpit nur kurzfristig. «Gaaaaaanz süferli» flogen wir weiter, um beim Etzel nochmals 80 m dazu zu gewinnen. Erleichterung macht sich breit. Bei km 25 mit + 150 m über Voltenhöhe kann man zwar den Diechsel noch nicht ganz nach vorne halten, aber zumindest kann man sich zurück lehnen und den Endanflug geniessen.

Quintessenz eines Tages «der keine vernünftige, sportlich faire Flug-Aufgabe» zugelassen hätte, 4 gültige Glider Cup Flüge. Ein weiteres tolles Flugerlebnis in der Gemeinschaft. Bei gutem Wetter kann jeder fliegen, es soll aber auch bei weniger gutem Wetter trainiert werden. Und Spass macht es alleweil. Ich hoffe jetzt aber nicht, dass der Segelflugwetter-Herrgott mit dieser Aussage ab sofort nur noch schwieriges Wetter für die Glider Cup Piloten bereit hält. In diesem Sinne freue ich mich auf den nächsten Glider Cup Flugtag.


 
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