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Balken Samstag, 15. Juli 2017

GliderCup-Flugtag 05/2017

Gute Verhältnisse im Mittelland, Abdeckungen, Aussenlandungen - und viele neue Erfahrungen

Die Wettervorhersagen versprechen auch an diesem Samstag wie meistens an den diesjährigen GliderCup-Austragungsdaten einen durchwachsenen Flugtag. Mit 15 teilnehmenden Piloten entscheidet sich OK-Chef Markus von der Crone für die sichere Variante des 'freien Fluges' ohne eine ausgeschriebene Aufgabe, vor allem, um massierte Aussenlandungen zu vermeiden, sollte die zum Zeitpunkt des Entscheide aufliegende Wolkendecke während der meisten Zeit des Tages anhalten. Die Flugzeugverteilung ist an diesem Flugtag eine Herausforderung, dank dem Mut verschiedener teilnehmender Piloten, sich heute einmal in einen Einsitzer auf einen Flug zu wagen, erhält aber jeder vorhandene Fluglehrer oder Streckenpilot einen Fluggast, der ihm bei seinem Handwerk auf die Finger schauen und von seiner Streckenflug-Erfahrung profitieren kann.

Segelfliegen ist eigentlich sehr einfach

Dass man trotz einer durchzogenen Wettervorhersage und einem anfangs komplett bedeckten Himmel ohne einen einzigen Sonnenstrahl, der den Weg bis an den Boden findet, tolle Flüge in die sommerliche Mittelland- und Voralpen-Landschaft zaubern kann, beweisen Martin Bühlmann und sein Fluggast Andreas Rothenbühler mit einem frühen Start in Schänis bei noch vollkommen bedecktem Himmel und mit dem darauf folgenden Flug in einem unserer Duo Discus X quer durch's Mittelland an den Weissenstein, dann weit dem Jura entlang und mit einer landschaftlich spannenden Rückreise in die Ostschweiz über die Berner und Zentralschweizer Voralpen. Andreas Rothenbühler meint denn auch nach dem Flug trocken, er habe selten so viel an einem Tag gelernt, Segelfliegen scheine ganz einfach zu sein, wenn man wie sein Pilot leichtfüssig und immer auf Anhieb die richtigen Aufwind-Stellen anfliege.

Desorientiertes GPS

Thomas Stemmler und Beat Landert machen im Arcus M '21' einen tollen Flug über das Schweizer Mittelland hinaus bis auf die schwäbische Alb, der Logger verliert aber irgendwo in der Region Buttwil seine räumliche Orientierung und zeichnet nur noch das geflogene Höhenprofil auf.

Hoch- und Tiefpunkte

Peter Gassmann steuert seine JS-1 ebenfalls in Richtung der verlockenden Jurahöhen und versucht, nordwestlich von Grenchen auf die im Nordwind liegenden, langen Kreten zu klettern. Nach einem anschliessenden Tiefpunkt in der Region zwischen Grenchen und Langenthal rettet er sich dann aber souverän auch über die Zentralschweizer Voralpen zurück nach Schänis.

Sigi Föhn und Armin Hürlimann lassen sich von den zeitweise dicken Abdeckungen in der Region Luzern etwas früh die 'Butter vom Brot nehmen' und verbringen den Rest ihres Flugs in den teilweise starken Aufwinden über den Voralpen der Zentral- und Ostschweiz und sammeln damit auch eine ansehnliche Zahl Kilometer für die Wertung.

Weg aus der Komfortzone

Auch Armin Müller wagt sich heute aus seiner Komfortzone hinaus und steuert für einmal im Einsitzer-Cockpit eine ASG-29 souverän durch die heutigen thermischen Unwägbarkeiten bis ins aargauische Bettwil, wo er wendet und problemlos zurück ins Linthgebiet einfädelt.

Auch Stefan allein im Cockpit

Peter Schmid begleitet den in seiner körperlichen Bewegungsfreiheit leider etwas eingeschränkten Patrick Honegger auf einem Flug quer durch die Region Linthgebiet, Toggenburg und die Ostschweiz, während Stefan Steiner sich diesmal mutig und alleine ins Cockpit eines Discus wagt und einen langen Flug in der Region macht.

Marco und der Triathlon

Damit kommen wir zu den Geschichten rund um alle Aussenlandungen. Sie werden angeführt von einer ungeplanten Niederkunft in der Region Schluchsee. Marco Segreff und Martin Jud können unter den optisch schön strukturierten Cumulus-Wolken des südlichen Schwarzwaldes im auffrischenden Westwind, der die Aufwindquellen schwer auffindbar macht, irgendwann nicht mehr anders als in einem zwar gut aussehenden, aber mit Betonpfosten beinahe unlandbar verunstalteten Aussenlandefeld zu landen. Dort finden sie sich unerwartet inmitten in einer lokalen Triathlon-Veranstaltung mitsamt Careteam, Tanklöschfahrzeug, Rettungswagen, Sanität, fliegender Verpflegung. Sie gewinnen den Preis der raffiniertesten Anreise. Mike Hürlimann depanniert die beiden effizient - alle sind unversehrt zum Nachtessen wieder in Schänis.

'Ds baar Eeländ': Kein Turbo. Keine Flugplatzbeiz.

Roland Hürlimann und Ruedi Gysin kämpfen wie andere Besatzungen ebenfalls mit einer weiträumigen und hartnäckigen Abdeckung. Den Entscheid, den Hilfsmotor zu zünden, verschieben sie etwas zu weit nach hinten, bis sie eine sichere Aussenlandung auf dem Flugplatz Buttwil einem häufig etwas ungewissen Motorstart in der Luft vorziehen. Dass die Beiz am Flugplatz Buttwil leider nicht mehr existiert, hat sich danach bei allen herumgesprochen - Buttwil sollte hier unbedingt wieder aufrüsten.

Wo ist der Thiersteiner-Berg?

Und Ruedi Herzog und ich machen nach einem verheissungsvollen Start unter dichten Wolken, gespiesen von labiler Luft darunter einen unverhofften Besuch in Fricktal-Schupfart. Auch wir kämpfen mit Abdeckungen - ausgerechnet vor der taktisch (ansteigendes Gelände) etwas diffizilen Querung in den Schwarzwald. Der Entscheid, statt ins 'Blaue' ins noch elendere 'Graue' über dem Jura zurückzukehren, führt geradewegs zu einer Turnübung über dem Thiersteinerberg. Falls jemand wissen will, wo der ist, der kann sich jederzeit für einen Zielflug nach Frick bei mir melden, denn dort sind wir dann wegen mangelnder Geduld an besagtem 'Thier...berg' doch noch auf einem butterweichen Rasenteppich von Fricktal-Schupfart aufgesetzt. Mit dem GliderCup kommt man auch auf Flugplätze, wo man zuvor nie gelandet ist! Die Rückreise nach Schänis ist dann im aufbauenden Wetter ein 'sweet piece of cake'. Mit wenigen ausgewählten Aufwinden sind wir zurück in den vertrauteren Voralpen und geniessen die pittoresken und in tiefliegende Wolken verpackten Kalkzacken am Säntis ebenso wie die Zentralschweizer Voralpen.

Parallelen zur Landwirtschaft

Das gemeinsame Nachtessen bei einer von Wolfgang kreierten und ausgezeichnet schmeckenden Grillplatte war ein stimmungsvoller Abschluss dieses spannenden GliderCup-Flugtages. Wie immer wird damit das gemeinsame Abenteuer abgerundet von fröhlichen Geschichten aus und von knapp neben der Segelfliegerei, einem weiterhin gut schmeckenden Appenzeller, serviert auf einem besonderen Holzmodell sowie dem einen oder anderen sogenannten Spar-Bier. Von denen bekommt man erfahrungsgemäss schnell eines zuviel, weil man (das ist hier wie in der Landwirtschaft) bei der gemeinsamen Nutzung eines wichtigen Rohstoffes schnell vergisst, wo all die Füllungen überhaupt hergekommen sind.

Dass wir am Morgen etwas progressiver durchaus eine Flugaufgabe hätten ausschreiben können, geht in dieser gemütlichen Runde beinahe vergessen - das ist gut so, denn auch auf diese gemütliche Art und Weise kann man einen Segelflug-'Wettbewerb' durchführen.

Vorankündigung: Schlusstag mit musikalischer Unterhaltung

In zwei Wochen, am Samstag, den 29. Juli, führen wir den diesjährigen GliderCup-Schlusstag mit musikalischer Unterhaltung mit 'Glenda & Phil' durch. Bitte Datum reservieren. Und ja: es ist diesmal 'ausnahmsweise erlaubt', seine Angehörigen mitzunehmen.

Ehefrauen, ehemalige und aktuelle FreundInnen, Lebensabschnitts-PartnerInnen, heiratsfähige Töchter und Söhne - auf alle wartet ein gemütlicher GliderCup-Schlussabend mit einem mehrheitsfähigen Musikprogramm und natürlich ein tolles Menu von Wolfang Tieber. Das Festprogramm startet um ca. 19.00 bis 19.30 Uhr - je nachdem, wer sich diesmal alles an den Schluchsee und die benachbarten Flugplätze verirrt.

Die Flüge ab Schänis im OLC.

(Text/Bilder: Ernst Willi)


15.07.2017

Fotos GliderCup von Sa., 15.07.2017

 
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