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Balken Samstag, 21. Mai 2016

Flugtag 2: K(r)ampf mit der Warmluft

Manche Teilnehmer zeigen schon vor dem Start, wie endlos sie das Fliegen beim GliderCup lieben.

Die 'Warmluft-Sonde' von Payerne und Milano. Tages-OK-Chef Urs Isler hoffte darauf, dass die etwas labilere Luft aus Norditalien bereits in die Alpen einfliessen würde.

Später Start in schwache Verhältnisse

Im Gegensatz zum ersten GliderCup-Flugtag dieser Saison mussten sich die Teilnehmer diesmal das Erfüllen der Aufgabe regelrecht verdienen. Die Wettervorhersagen progonostizierten aus Süden in die Alpen einfliessende Luftmassen und eine leichte Südströmung. Die Südalpen zeigten deutlich bessere Verhältnisse, das Engadin wurde als sehr gut fliegbar angekündigt. Mittelbünden etwas schwächer und Mittelland und Voralpen als schwierig fliegbar.

Herausfordernde Tagesaufgabe

Tages-OK-Chef Urs Isler entschied sich deshalb für ein FAI-Dreieck mit den Wendepunkten Durschlegi, Flüelapass, Hospental und zurück an den Sendeturm bei Weesen, das noch am ehesten in die als mässig klassifizierten Wetterverhältnisse in Graubünden hineinpasste. Was auch vorhergesagt wurde, war ein später Startpunkt mit vernünftig nutzbarer Thermik erst ab 14:00 Uhr. Die Wettervorhersage von TopTask / Deutscher Wetterdienst war erneut am genauesten. Auch die Temperatur-Sonde von Mailand/Payerne lieferte zuverlässige Anhaltspunkte über die anzutreffenden, stabilen Verhältnisse.

Kniffliger Abflug

Wie pampig sich die Luftmasse anfühlte, was dennoch überraschend. Die meisten Teilnehmer entschieden sich für einen späten Start, manche wählten als Strategie 'nichts wie weg' und starteten unverzüglich, um im Geradeausflug über die Churfirsten einen Anschluss in der etwas besser prognostizierten Luftmasse im Prättigau zu finden. Manche kamen wegen etwas unvorteilhafterer Flugeigenschaften ihrer Maschinen allerdings gar nicht weg. Der Anschluss im Prättigau war schlicht ausser Reichweite. Wieder andere mussten ihren eingebauten Hilfsmotor zünden und einen zweiten Versuch unternehmen (dann einfach ohne Treibstoff, weil für den erneuten Steigflug bis auf Abflughöhe alles aufgebraucht wurde).

Auch ein später Start machte die Aufgabe nicht leichter. Typisch für Warmluft-Verhältnisse zeigten sich die Aufwind inkonsistent. Kaum drehte man in einen vermeintlichen Lift ein, fiel man in der zweiten Kreishälfte auch schon wieder hinaus. Vom angekündigten Südwindeinfluss war mit Ausnahme der Region Surselva (nach Osten abgelenkter Südwind unterhalb der Kreten) und im Urseren- und Reusstal kaum etwas zu spüren.

Im Prättigau deutlich bessere Verhältnisse

War man einmal in der Prättigauer Luft, konnte man gute Verhältnisse bis an den Flüelapass und dann weiter bis in die Region Ilanz geniessen. Maximalhöhen von ca. 3'300 Metern waren machbar. Ab Ilanz entstanden zwar immer wieder Flusen und kleine Cumuli, bis man sie erreichte, waren sie häufig schon wieder verschwunden. Was im Endeffekt bedeutet, dass sich die Teams von Aufwindchen zu Aufwindchen hangeln mussten - häufig, ohne wirklich markantes, kräftiges Steigen herausholen zu können, aber gerade gut genug, um sich Kilometer für Kilometer an den zweiten Wendeort heranzutasten.

Einflug ins Urserental brauchte Überwindung

Der Wendepunkt Hospental war mit einem dünnen Aufwind über dem Windradbestückten Gütsch-Hügelzug östlich von Andermatt mit viel Geduld und Sorgfalt zu holen - was dann für einen spannenden Endanflug sorgte. Auch hier gilt, dass die hervorragenden Flugeigenschaften eines Arcus entscheiden dafür waren, den Klausenpasse ab dem Urserental zu erreichen und auf sicherer Höhe überqueren zu können. Mit einem 15-Meter-Klasse-Flugzeug wäre das bereits ein etwas kritischeres Unterfangen. Tages-OK-Chef Urs Isler war davon betroffen und musste kurz vor dem Schächental und dem Einflug über den Klausenpass nach Buochs abdrehen, um risikofrei den Flug beenden zu können.

Professionelle Einstellung

An dieser Stelle ist der vernünftige Umgang der Teilnehmer mit dieser Aufgabe hervorzuheben. Kein unnötiger Ehrgeiz, professionelles Einschätzen der Verhältnisse und eine verantwortungsvolle Streckenplanung sorgten trotz kniffliger Verhältnisse für (nur) zwei Aussenlandungen - und erst noch auf Flugplätzen. Perfekt und richtig enschieden!

Alles in allem eine herausfordernde Aufgabe, die aus diesem Tag sehr viel herausholte - nicht ganz einfacher Ab- und Endanflug - und nur mit einem leistungsfähigen Flugzeug vernünftig und risikofrei zu lösen.

Etwas weiter unten findest in der Bilder-Galerie eine zusätzliche Auswahl an Aufnahmen vom GliderCup-Flugtag Nr. 2/2016.

 Tages-Rangierungen vom 21.5.2016

 

Gesamt-Rangierungen nach zwei Wertungstagen.

 

(22.5.2016 / OK GliderCup / Ernst Willi)


22.05.2016

Foto-Galerie

 
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