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Balken GliderCup-Weekend

Glider-Cup-Weekend, Sa./So., 16./17. Juli 2016

Pünktlich zum GliderCup Samstag vom 17.7.16 stellt sich eine zum Streckenfliegen geeignete Wetterlage ein. Allerdings spielen ein paar Faktoren eine Rolle, die den Konkurrenzleiter veranlassen, eine „mittelgrosse“ Aufgabe auszuschreiben. So sind die Alpen nach vielen niederschlagsreichen Tagen erfahrungsgemäss nicht gut geeignet, um sichere Streckenflüge in einem komfortablen Höhenband zu bewältigen. Andererseits bläst aufgrund des sich von Westen annähenden Hochdruckgebietes eine mässige Bise, die v.a. den Jura zu einem eher anspruchsvoll zu befliegenden Gebiet macht. Zudem spricht der Wetterbericht von hoher Bewölkung gegen Norden hin – dies aufgrund einer dort vorüberziehenden schwachen Warmfront. So lautet schlussendlich die zu fliegende Aufgabe „Rieden-Mauensee-Menzingen-Rieden“, was knapp 150 km Distanz ergibt.

Erfreulich viele Teilnehmer (17) finden sich am Vorbriefing des GliderCups ein, um die Cockpit-Crews zusammenzustellen. Dies gelingt nach anfänglichen Herausforderungen aufgrund der Flexibilität aller ganz gut.

Nach dem Ausräumen und Bereitstellen der Flugzeuge beginnen die strategischen Flugvorbereitungen – hauptsächlich im Restaurant bei spannenden Gesprächen. Viele der mitfliegenden Piloten kennen den Mauensee noch nicht und freuen sich auf den Anblick dieses kleinen Bijous (inkl. Schlösschen in der Mitte).

Nach dem Mittag machen sich dann die Besatzungen auf den Weg zum Start und lassen sich zum Gasterholz schleppen, um anschliessend direkt oder nach einer gewissen Wartezeit sich auf den Weg zu machen. Beat Landert sitzt bei mir vorne im Duo Discus; wir versuchen, unsere Strategie (Abflug via Rüti, Pfannstiel weiter zum Albis) unter Berücksichtigung der Devise „immer schön hoch bleiben“ umzusetzen. Das gelingt anfänglich ganz gut, bis wir dann vor und am Pfannstiel darauf verzichten, geduldig nach dem Aufwind zu suchen, der uns auf die geplante Höhe trägt. Mit der Gewissheit, sicher den Flugplatz Hausen erreichen zu können, queren wir den Zürichsee. Auf der anderen Seite sind wir dann allerdings nicht mehr wirklich hoch (und auch nicht unserer Devise nachlebend..), so dass wir intensiv nach einem Aufwind suchen und uns dabei kontinuierlich Richtung Flugplatz Hausen bewegen. Wir haben längst die Frequenz gerastet, die Landerichtung bestimmt und uns zum Abkreisraum bewegt. Im letzten Moment können wir uns –  kurz vor dem Entschluss auf dem Flugplatz zu landen – nochmals retten und langsam aus dem Abkreisraum wegsteigen; da keine anderen Segelflugzeuge in der Nähe sind, können wir mit dieser Flugtaktik auch niemanden stören.

Nach dieser „Bodenübung“ besinnen wir uns wieder auf unsere Devise (immer schön hoch..) und fliegen konservativ über den Lindenberg in Richtung der Wende „Mauensee“. Freundlicherweise steht direkt über dem Wendeort ein Schlauch, der genügend hoch trägt, um uns auf den Rückweg Richtung letzte Wende bei Menzingen zu begeben. Da es zwischen dem Lindenberg und dem Zugerberg ein „grosses blaues Loch“ hat, fliegen wir einen kleinen Umweg (immer schön den Wölklein nach) Richtung Albis. Dort angekommen machen wir noch einen Schwenk Richtung Üetliberg, weil es in dieser Richtung eine schöne, grosse und hohe Wolke hat, mit deren Hilfe wir uns dann möglichst weit Richtung Wende und Heimat tragen lassen wollen. Menzingen ist bald erreicht (obwohl im Cockpit kurz eine Konfusion herrscht, da die Landschaft nicht mit dem GPS-Wendeort übereinstimmt..). Danach beginnt der spannende Endanflug – es gilt ja nicht nur den Flugplatz Schänis zu erreichen, sondern auch noch den Zielpunkt „Rieden“, damit die Aufgabe erfüllt ist. So schleichen wir der Hohen Rohne und dem Etzel entlang – in der Hoffnung, dass wir eine tragende Linie (Bise!) finden, die den Gleitwinkel unseres Duos etwas aufbessert. Eingangs Wägital machen wir sicherheitshalber noch ein paar Kreise, um anschliessend Richtung Rieden zu queren und die Aufgabe stolz und zufrieden zu beenden. Beat hat noch Lust, den Flug ein bisschen zu verlängern; er dreht einen wunderschönen Nachmittagsbart aus, der uns auf über zweitausend Meter Höhe trägt. Wir geniessen die wunderbare Stimmung und machen noch einen Ausflug zu den Aussenlandefeldern Ebnat-Kappel, Wattwil und Bütschwil. Via Ricken gleiten wir nach Schänis ab und landen nach einem tollen GliderCup-Flug.

Die Diskussionen am Abend sind spannend und lehrreich; so berichten diverse Piloten über ihre Routenwahl, Herausforderungen und Highlights. Das Nachtessen geniessen wir neben dem C-Büro unter den Bäumen; lauter zufriedene und fröhliche Gesichter zeugen davon, dass alle gute, lehrreiche und schöne Flugerlebnisse hatten – genau das, was der GliderCup bezweckt. Auffallend auf der Tagesrangliste ist, dass unter den ersten sechs Flugzeugen fünf Einsitzer figurieren; das deutet darauf hin, dass einige Piloten den wichtigen Schritt „raus aus dem Doppelsitzer mit Fluglehrer – rein in den Einsitzer und die Aufgabe alleine fliegen“ geschafft haben – auch das ist ein Ziel des GliderCups! Gewonnen hat an diesem Samstag Roli Hürlimann auf seinem Ventus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71 km/h vor Urs Isler und Armin Müller.

 

Tages-Rangliste von Samstag, 16.7.2016

 

Sonntag, 17. Juli 2016

Der Abschluss des Glider Cups 2016 war für einmal ein ganzes Wochenende und so gingen die noch nicht Müden - oder einfach die, die mit dem bisher schlechten Wetter diese Saison ein gutes Argument gefunden hatten, um die Familie zurück zu lassen - am Sonntag wieder auf den Flugplatz. Fünfzehn Minuten früher, um von Roland über die heutige Aufgabe (Durschlegi-Schweizertor-Lenzerheide-Durschlegi) informiert zu werden. Und darüber, dass man heute am besten Richtung Osten fliegt. Danach kam dann das reguläre Briefing und es schien, dass der Vortragende durchaus auch sehr viel vom Wetter verstand, nur war bei ihm die Richtung des Tages gegen Westen. Da war ich froh, dass ich mit Markus fliegen konnte und ich so in alle Richtungen ein gutes Gefühl gehabt hätte. Auch eine Entscheidung, ob wir unsere Flugtaktik wegen dem Nordwind anpassen sollten, wie einige vorschlugen, haben wir noch aufgeschoben, Markus wollte sich das Ganze zuerst einmal aus der Luft anschauen.

Wir schleppten also bis zum Mattstock und flogen dann über die Durschlegi Richtung Churfirsten. Wir versuchten, die optimale Linie zu finden, machten vier Probekreise, die aber nicht wirklich etwas hergaben und flogen so beim Alvier bei 2420 Metern (ja, wir hatten eine ziemlich optimale Linie!) ab über das Rheintal. Beim Rappenstein versuchten wir Höhe zu machen, aber das gelang uns nicht wirklich und so entschieden wir uns für die nördliche Route. Den Steinböcken auf einer Krete machten wir nicht sonderlich Eindruck, sie dafür uns und zudem brachten sie uns Glück, fanden wir doch recht bald danach unseren ersten richtigen Aufwind nördlich der Schesaplana. Ueber den Lünensee und durch das Schweizertor ging es wieder zurück in die Schweiz und weiter in Richtung unseres Wendepunktes Lenzerheide immer schön auf der Nordwestseite der Berge und meistens begleitet von Wiki (siehe Fotos). Am Gotschnagrat machten wir noch einmal Höhe und diese Höhe reichte uns dann gerade, um über einen kleinen Pass zur Lenzerheide "rüberzurutschen". Am Lenzerhorn stiegen wir bis auf 2900 Meter, holten den Wendepunkt und machten uns frohen Mutes auf den Rückflug.

Aber bei Sargans gab es keinen Aufwind und in den Flumserbergen auch nicht. Es gibt ja noch den Kerenzerberg! Nur kam da leider der Wind aus der falschen Richtung und somit war da auch nichts mit Aufwind. Da versuchten wir halt den letzten Punkt unter der geforderten Höhe zu erreichen und die Strafpunkte in Kauf zu nehmen. Leider hatten wir gerade bei der Durschlegi zwei Warnungen auf dem Display und waren uns nicht sicher, ob wir diesen Punkt wirklich geholt hatten. Also versuchten wir noch am Hang Höhe zu machen, aber auch das klappte nicht. Na ja, dachte ich, es gibt ja noch den Abkreisraum (siehe Bericht von Markus vom Samstag). Doch das klappte dann nicht so wie in Hausen, wir konnten aber später am Computer mit Erleichterung feststellen, dass wir nahe genug an den Sendemast herangeflogen waren und die Aufgabe erfolgreich absolviert und immerhin den vierten Platz erreicht hatten. Und dies ohne akustisches Vario und dem neuen Wissen, dass der hintere LX das Laufen des Motors nicht aufzeichnet. Zum Glück war ich auch am Dienstag auf dem Platz und konnte bei unserem D-immatrikulierten Flieger die Flugzeit noch eintragen... irgendwie ist das bei mir noch kein Automatismus, aber vielleicht helfen diese Zeilen hier einem anderen Piloten, dies zu erreichen.

Gewonnen hat Roli Hürlimann, den Markus und ich aber an diesem Tag nicht mehr sahen und er uns somit die schönen gelben Erinnerungs-T-shirts nicht feierlich überreichen konnte. Deshalb konnte wir ihm auch nicht zum Gesamtsieg gratulieren, den er  an diesem Wochenende mit seinen zwei Siegen gesichert hat. Am Sonntag wurde Wiki Abholt  Zweite - sie war mit knapp 79 kmh Durchschnittsgeschwindigkeit am schnellsten unterwegs - und Heinz Erb Dritter. Leider ist der Glider-Cup für dieses Jahr schon wieder vorbei, für mich war es das erste, aber sicher nicht das letzte Mal.

(Beat Landert)

 

Tages-Rangliste von Sonntag, 17.7.2016

 

 Gesamt-Rangliste GliderCup 2016

 

 
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