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Balken Samstag, 30. Mai 2015

Flugtag 3: Gekräuselte Grauthermik.

Trotz verbreiteter Abschattungen erstaunlich gute Aufwinde.
Tiefes Wiedersehen über dem Reusstal.
Zur Belohnung in der Mattstock-Welle.
Und Abgleiten aus 2'500 Metern an den Hirzel und zurück.

Den Mutigen gehört die Welt.

Wie unzählige Austragungen zuvor bestand auch an diesem trüben Samstagmorgen keine Veranlassung, den trockenen Zmorgetisch zuhause zu verlassen, um einen Segelflug zu wagen. Schon beim Holen der Zeitung aus dem Briefkasten (Gleit-Distanz 1.5 Meter) war ich patschnass...

Genaue Prognose mit einer Ausnahme.

Das ausführliche Wetterbriefing genossen denn auch nur wenige Unentwegte - sie sollten aber mit einem erstaunlich schönen Segelflug ins Mittelland belohnt werden - und: der Wetterbericht hat nachträglich beurteilt ausgezeichnet gestimmt - ein Lob den Meteorologen! Auffallend ist dieses Jahr höchstens der Optimismus von TopMeteo. Die vorhergesagten Streckenfenster sind meistens viel zu optimistisch (oder wir fliegen zu schlecht) und teilweise auch noch 'am falschen Ort'. Diesmal hätten wir dem besten TopMeteo-Wetterfenster folgend nämlich in die Alpen fliegen sollen, was aber nicht im Traum geklappt hätte. Stattdessen beschloss das OK nach längerem Köpfe-zusammenstrecken die Flugaufgabe 13, Rieden-Bachtel-Bettwil-Rieden.

Einfach versuchen, ob's klappt.

Ab 13.00 Uhr machten sich die ersten auf den Weg, nicht, ohne zuvor eine ausgeklügelte Aufgaben-Taktik ausgeknobelt zu haben. Manche schleppten sehr hoch, starteten im Schuss (270 km/h) auf exakt 1'000 Meter über der für später erhofften Ankunftshöhe durch den Start-Zylinder und machten sich auf den Weg zum ersten Wendeort Bachtel. Im Gegensatz zur Austragung vor zwei Wochen war der Luftraum Bachtel Ost aktiviert, was etwas mehr Luftpolster für den Gleitweg zum zweiten Wendepunkt Bettwil zuliess. Vereinzelte Besatzungen gelangten so praktisch aufwindlos bis in die Region Hausen am Albis.

Trotzdem: die Optik aus dem Zürichsee-Becken gen Westen versprach wenig Erhellendes. Dunkle Ausbreitungen, viel Schatten, ein zügiger Westwind von ca. 40 km/h sorgten für allerhand Stirnrunzeln im Cockpit. Mein heutiger Gast Lutz Nolte prägte denn auch kurz vor der Überquerung des Zürichsees mit seinem unverkennbar westfälischen Dialekt den markigen Spruch des Tages, indem er die erstaunlicherweise und vereinzelt guten Aufwinde von ca. 1.8 m/Sek. dem Aussehen ihrer Kondensationsmasse entsprechend mit 'gekräustelter Grauthermik' betitelte. Selten gehörter Begriff, aber zutreffend.

Gratulation an den motorlosen Urs Isler.

Mit einer Ausnahme waren alle Besatzungen mit einem mehrere Liter umfassenden Vorrat von thermischem Treibstoff unterwegs. Und alle wagten den Flug in die voll in der Sonne liegende Reussebene. Einzelne Kräuselchen verlockten die meisten zu dieser Routenwahl. Besser wäre es gewesen, den schattigen Ausbreitungen nach Emmen zu folgen (jaa, die Fugwaffe arbeitete heute nicht), dann den Lindenberg sozusagen von hinten, also von Süden zu erklimmen und dann dem Gipfelkamm folgend, den Wendeort zu holen. Stattdessen eierten dann alle im Lee des Lindenberges in schwacher Thermik um die Bauernhöfe. Und mussten am Ende den Hilfsmotor zücken. Alle? Alle, ausser Urs Isler. Er wurde mit seinem astreinen 15-Meter-Renner zum 'Hero of the day' - und gewann dank seines feinen Routenwahl-Händchens die Tageswertung, obwohl niemand die Aufgabe komplett erfüllen konnte.

'Lohn der Angst': die Mattstock-Welle.

Lutz Nolte genoss danach noch die Umsetzung des theoretischen Wetterwissens in die Praxis. Die morgendlich versprochene Westwindwelle am Mattstock stand, wo sie stehen muss. 80 Meter nordwestlich des 'Edi-Andres-Pfeilers' (das ist das Westende des Mattstocks). Den kenne ich nur so genau, weil ich da als jugendlicher Kletterer einmal schwungvoll aus einem Überhang gesegelt bin und meinen Seil-sichernden Kletterkameraden damit durch eine glücklicherweise sehr zähe Legföhre gerissen habe.

Und die Westwindwelle war diesmal sogar schulbuchmässig ab dem Kerenzerberg und aus 1'000 Metern über Meer erreichbar. Wie das geht? Einfach nächstes Mal auch mitfliegen - vielleicht packen wir dann noch ein paar Geheimnisse mehr aus, die wir heute selber noch nicht kennen.

 

Tages-Rangliste vom 30.5.2015:

Gesamtrangliste nach Flugtag 3/ 2015

 

=> Fotos folgen später / 1.6.2015)

(OK GliderCup, Ernst Willi)


30.05.2015

GliderCup-Flugtag von Sa., 30.5.2015 / Fotogalerie


30.05.2015

Wetter-Informationen zum GliderCup-Flugtag

 
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