Logo  
Logo2


SUCHEN HOME SITEMAP MAIL TO
 
Balken Samstag, 11. Juli 2015

Flugtag 5: GliderCup geht in die Hochalpen.

Samstag, 11. Juli 2015; Flugaufgabe Nr. 8
Durschlegi-Flüelapass-Hospental-Durschlegi

Bereits am Donnerstag hat das OK Glider Cup alle Teilnehmer aufgefordert, am Samstag zu erscheinen, da gute Segelflug-Bedingungen erwartet wurden.


Trotz dieses Aufrufs waren dann am Briefing vorallem grau melierte Fluglehrer und nicht minder grau melierte Glider Cup Piloten auszumachen. Von dieser eher mageren Teilnahme liessen sich die Glider Cup Piloten aber nicht beirren. Das OK entschied sich für die Aufgabe 8, ein FAI Alpendreieck über 255.7 km mit dem Startpunkt Durchschlegi - Flüelapass - Hospental und dem Zielpunkt Durchschlegi.

Dank immer besser werdenden Wetterprognosen war bereits am Briefing klar, dass mit guter Thermik, allerdings zerrissen durch den starken Westwind mit bis zu 25 kt, zu rechnen ist. Diese Prognose hat sehr gut gepasst. Schnell waren die Crews eingeteilt und die Flugzeuge verteilt.

Mit Sigi Föhn startete ich gegen 13:00 Uhr. Per Eigenstart brachte uns der Arcus M, zuverlässig wie eine Schweizeruhr auf 2'300 m.ü.M., an die Churfirsten. Zwischen Leistchamm und Chäserugg stand eine satte Wolke, welche auch sehr gute Steigwerte hervorbrachte. Ideal, um den Motor schön gemütlich abkühlen zu lassen und dabei trotzdem Höhe zu gewinnen. In kürzester Zeit fanden wir uns in 3'100 m wieder, genügend Höhe um zurück an die Durchschlegi zu gleiten, um den Startpunkt zu holen. Während der RM ist mir ein Start missglückt, weil die LX 9000 Interpretation einer 10 km Startlinie nicht mit der Vorstellung der Wettbewerbsleitung harmonierte. Deshalb bin ich froh, heute Sigi beobachten zu dürfen, wie er präzise den Startzylinder mit 0.5 km Radius durchfliegt. Der satte Sack über den Churfirsten hat sich zwischenzeitlich aufgelöst, deshalb entscheiden wir uns zum Abflug über die Flumserberge. Praktisch kreislos fliegen wir weiter am Falknis vorbei, um dahinter im freien Fall im Lee bis an die vorgelagerten Kreten der Schesaplana zu gleiten. Hier lassen wir uns von über uns kreisenden Segelflugzeugen verführen, um mehr oder weniger erfolglos die Leethermik zu zentrieren. Logik sagt, Wind von Westen, Sonneneinstrahlung ebenfalls von Westen, folglich muss es doch an der süd-westlichen Ecke der Sassauna steigen.

Ausgesprochen befriedigend ist, wenn Logik und Praxis übereinstimmen. In einem satten Aufwind steigen wir in komfortablere Höhen. Der Standardroute folgen wir über Drusenfluh, Sulzfluh Richtung Madrisa. Dazwischen immer mal wieder einen ruppigen Aufwind auskreisend.

Obwohl bereits einiges nach Mittag, stolpern wir an der Mittagsspitze in einen satten Schlauch - übrigens, falls es dem geneigten Leser ergeht wie mir, d.h. keine Ahnung hat, wo all diese Spitzen, Hörner und Fluhen liegen, dem sei www.map.geo.admin.ch empfohlen.

Von da an geht's im gestreckten Galopp Richtung 1. Wende, Flüelapass. Vor lauter Euphorie und Vorwärtsdrang hat Sigi noch beinahe den Wendekreis ausgelassen. Danach folgt ein schneller Abschnitt. Sigi hat kaum Zeit, die Laufstrecke des Alpine Marathon anzuschauen, den er eine Woche später laufen wird. Ich finde etwas mehr Zeit, schaue mir den Streckenabschnitt Keschhütte über den Sertigpass und das Sertigtal hinaus Richtung Davos an. Aus Respekt gegenüber  Sigi verkneife ich mir hier jegliche weiteren Kommentare. Eines weiss ich ganz bestimmt, aus dem Segelflugzeug betrachtet ist dies ein wunderschöner und einigermassen entspannter Streckenabschnitt. Genug Alpine Marathon, wir müssen ja noch ein Stück weiter. Am Mäschengrat (eben www.map.geo.admin.ch) zentriert Sigi einen Schlauch, da rollt's einem die Socken runter. Urs Isler zeigte sich jedenfalls ähnlich begeistert. Also los, weiter fliegen wir über das Corn da Tinizong oberhalb Savognin, Piz Curvér in Richtung Valsertal. Hier finden wir uns in etwas tieferen Höhen wieder. Also einen Gang runter schalten, vielleicht auch einmal einen Schlauch mitnehmen bei dem es einem die Socken nicht gerade runter rollt. Zwischendurch durchfliegen wir starke Leefelder. Wir entscheiden uns weiterhin auf der Südseite zu fliegen, allerdings verlagern wir unseren Flugweg etwas gegen Norden. Mit dem Westwind fädeln wir in der Folge jeweils an der Westseite der Kreten ein und lassen uns dynamisch, unterstützt durch Thermik unseren Skitourenbergen (danke Frigg) folgend an Piz Pazzola, Piz Maler Richtung Oberalp tragen. Über der Wende Hospental entwickelt sich noch ein Wendeschlauch - das sind jene Schläuche, die genau an der Wende vom OK platziert werden. Aus knapp 3'200 m.ü.M. beginnen wir den 73 km langen Endanflug zur Durchschlegi.

Schnellrechner haben sofort bemerkt, 73 km bei einer Gleitzahl von 40 bedeutet knapp 2'000 Höhenmeter. Unsere minimale Ankunftshöhe an der Durchschlegi musste aber 1'650 m.ü.M. betragen. Also gehen wir mit unserer Höhe haushälterisch um. Die erste Idee ist über den Oberalpstock, Claridenpass ins Glarnerland zu gleiten. Nicht zwingend, weil es die schnellste Strecke ist, sondern weil es schön ist. Kurz nach dem Schneehüenerstock - den gibt es tatsächlich - entscheiden wir uns dann über den Bristen, Klausen direkt an die Durchschlegi zu fliegen. Auf diesem Streckenabschnitt folgen wir nur noch den tragenden Linien und erhöhen die Geschwindigkeit kontinuierlich, sodass wir schlussendlich mit knapp 1'700 m.ü.M. und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h zum Tagessieg fliegen.

Den Tag liessen wir bei einem gemütlichen Nachtessen im Kreise der Glider Cup Teilnehmer und Zugewandten ausklingen.

Sigi versicherte mir, dass es für ihn ein lehrreicher und interessanter Flug gewesen ist. Dies kann ich aus meiner Sicht bestätigen. Schade nur, dass dieses Angebot nicht häufiger von Piloten mit etwas weniger Flugtraining genutzt wird.  

(OK Glidercup, Peter Schmid)

 

Rangliste vom 11.7.2015:

 

und hier noch die Gesamtrangliste nach fünf Flugtagen:


 
Footer
Über uns     |      Lageplan     |     Shop     |      Kontakt    |    Impressum

©SchänisSoaring 2014