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Nicht waghalsig, aber mutig
Das ausgeklügelste Fluggerät wird nie den Hauch einer
Chance haben, sich so elegant und sicher wie ein Vogel in
der Luft zu bewegen. Kunstflieger versuchen immerhin, in
ihren eher starren «Kisten» ein wenig das Fliegen der
Vögel
nachzuahmen. Wenn Grazie und Anmut eines Vogelfluges
zwar bei Weitem nie erreicht werden, so ist die Kunstfliegerei
aber
dennoch nicht nur vergebliches Nachahmen. Denn im Kunstflug können
wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich ein Flugzeug an
den
Grenzen seiner Flugfähigkeit verhält. Segel-kunstflieger
sind darum
keine waghalsigen Abenteurer, sondern sind mutige und erfahrene
Flieger. Mit ihrer ganz besonderen Sportart leisten sie einen Beitrag
zur
Verbesserung der Flugsicherheit ganz allgemein.
Beim sportlichen Wettkampf des Kunstfliegens handelt es sich auch
nicht, wie der «normale» Flieger hin und wieder fast
zynisch bemerkt,
um schnellstmögliches Höhenvernichten, was ein fliegerisches
Sakrileg
wäre. Die Kunstflieger zaubern vielmehr ästhetische Figuren
an den
Himmel, fliegen auf dem Rücken und lassen das Fluggerät,
was nicht
selten mit grossem Schaueffekt verbunden ist, ein Stück in
die Tiefe
fallen. Weil Flieger Ruedi Stüssi meine Brechreiz-Standfestigkeit
durch
zackiges Auf und Nieder im Segelflugzeug einmal testete, weiss
ich
einigermassen, was für grosse physische Kräfte bei derlei
Tun auf Mensch
und Maschine wirken.
Wie bei jedem anderen sportlichen Wettstreit, wird auch die Segelkunstflug-
Meisterschaft für Teilnehmer und Besucher nur ein voller
Erfolg, wenn das Umfeld stimmt, wenn neue Freundschaften geschlossen
und alte gefestigt und erneuert werden. Kenner sagen, die mit vielen
wunderschönen Flecken Erde und vielen lieben Menschen gesegnete
Gemeinde Schänis sei der idealste Ort zwischen Boden- und
Genfersee,
um es sich gut gehen zu lassen. Ich hoffe, Kunstflieger und viele
Besucher nützen diese einmalige Gelegenheit.
Erich Jud, Gemeindepräsident Schänis
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Liebe Kunstfluginteressierte
Im Namen des OK möchte ich Sie zu der Segelkunstflug-Schweizer meisterschaft
2003 willkommen heissen. Bevor ich
mich mit der Akro SM 03 zu befassen begann, war meine
Sicht der Segelakrobatikfliegerei einseitig: ich bewunderte
ausschliesslich die grosse fliegerische Freiheit, die sich die
Piloten mit Fleiss und Ausdauer und unter Inkaufnahme von starken
körperlichen Strapazen (Beschleunigung!) erworben haben.
Heute sehe ich auch die klaren Grenzen, die sich die Teilnehmer
durch Begrenzung ihrer «Arena» auf einen Würfel
von 1 km Seitenlänge,
der sogenannten Box, selber auferlegen. Diese Kombination, selbst
erarbeitete fast grenzenlose Freiheit und gleichzeitig eine freiwillige
starke Einschränkung kann weit über den Sport hinaus
auch in anderen
Bereichen unserer Gesellschaft als Vorbild dienen!
Heiri Ehrensperger,
Ok-Präsident
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